Solvency II

Seit 01.01.2016 ist Solvency II als „marktgerechter“ Bewertungsansatz im Einsatz. Die Bafin wird die Solvency II Quoten der Versicherer für das Geschäftsjahr 2016 am 22.05.2017 für jeden zugänglich veröffentlichen.

Zusätzlich zur Quote müssen die Versicherer auch einen jährlichen Bericht über die Finanzlage und Risikosituation des Unternehmens, dem sogenannten SFCR (Solvency and Financial Condition Report) veröffentlichen. Dieser Bericht enthält wesentliche Informationen zur Berechnungsart und zu den Bewertungsansätzen und Annahmen in der Entwicklung der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Risiken. Z.B.:
– Wird die Standardformel, ein internes Modell oder ein partielles internes Modell benutzt?
– Werden eher pessimistische oder optimistische Annahmen getroffen?
– Wird die Übergangsmaßnahme (schrittweiße Einführung der Solvency II Bewertung) genutzt?

Was misst die Solvency II Quote?

Jedes Unternehmen muss ausreichend viele Eigenmittel zur Abdeckung verschiedenster Ereignisse – auch sehr unwahrscheinlicher – vorhalten. D.h. die anrechenbaren Eigenmittel müssen stets mindestens so hoch sein wie die Solvenzkapitalanforderung (SCR), also 100 Prozent.

Kann man die Solvency II Quote als „Stabilitätsindikator“ direkt vergleichen?

Ein Ranking nur nach der Höhe der Quote für das Geschäftsjahr 2016 ist nur sehr bedingt aussagekräftig.

Gründe dafür sind die oben genannten Spielräume, die hohe Komplexität in der Berechnung und zudem die hohe Volatilität der Quote. Denn anders als bei der HGB Bilanzierung hat bei Solvency II die Bewertung der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Risiken zu Marktwerten ohne Sicherheiten zu erfolgen. Daher sind diese, vor allem bei Lebensversicherern mit kapitalintensiven Produkten, ähnlichen Schwankungen wie beispielsweise Aktien ausgesetzt.

Eine spürbare Aussagekraft wird sich erst in ein paar Jahren einstellen, wenn die Versicherer Erfahrungen gesammelt haben und mehrere Solvabilitätsquoten eine Einschätzung über einen zeitlichen Verlauf der Stabilität zulassen.