PEPP steht für „Pan-European-Personal-Pension“ und soll ein europaweites Altersvorsorgeprodukt werden. Was heißt das? Nach Auffassung der EU-Kommission wird in der modernen EU-Welt, mit zunehmender Mobilität innerhalb der 27 EU-Staaten, die Notwendigkeit eines einheitlichen Altersvorsorgeprodukts, das als „Mitnahme-Altersvorsorge“ in jedes beliebige EU-Land fungieren soll, als unbedingt notwendig erachtet. Nach der Vorstellung der Kommission soll das Produkt folgenden Regulatorien folgen:

  • PEPP soll von der europäischen Aufsichtsbehörde (EIOPA) zugelassen werden.
  • PEPP soll aber auch auf nationaler Ebene im Einklang mit bestehenden Vorgaben für nationale Produkte geregelt werden.
  • Vor Vertragsabschluss muss dem Kunden ein Produktinformationsblatt mit den wichtigsten Produktkennzahlen inklusive einer transparenten Kostenübersicht zur Verfügung gestellt werden.
  • Zusätzlich muss über die unterschiedlichen steuerlichen, rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen ALLER EU-Mitgliedsstaaten, in denen das Produkt angeboten werden soll, informiert werden.



Was sollen die Produkt-Eigenschaften sein?

  • PEPP soll einen größeren Absatzmarkt ermöglichen und daher kostengünstig werden.
  • Es sollen fünf verschiedene Kapitalanlageoptionen im PEPP zur Wahl stehen, wobei der Kunde seine Kapitalanlage alle fünf Jahre kostenfrei ändern können soll.
  • Es muss eine risikoarme Standardoption mit einer Mindestgarantie für die eingezahlten Beiträge geben.
  • Diese Sparanlage kann alle fünf Jahre oder bei Umzug in ein anderes EU-Land auf einen anderen Anbieter übertragen werden.
  • Auszahlungen sollen als Einmalbetrag oder Rente möglich sein.



Wer darf PEPP anbieten?

  • Versicherer
  • Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge
  • Banken
  • Investmentfirmen und Vermögensverwalter


    • Bis zum Mai 2018 will nun der Rat der EU den Vorschlag der Kommission prüfen. Danach soll es eine finale europäische Verordnung für ein europaweites Altersvorsorgeprodukt geben. Diese Zielsetzung ist durchaus sportlich, da Experten widersprüchliche Inhalte bzw. ein Mangel an klaren Regelungen kritisieren. So ist zum Beispiel die steuerliche Behandlung oder Förderung der PEPPs aus Sicht der EU-Kommission ein nationales Thema. Bei der sehr heterogenen Steuerlandschaft in der EU ist allerdings einer Steuervermeidungsstrategien Tür und Tor geöffnet, was wiederum dem Wunsch nach einem homogenen Altersvorsorgeprodukt widerspricht.

      (Quelle: Aktuar Aktuell Dez 2017)
      (Bildquelle: Fotolia, Grecaud Paul)