Meldungen über bevorstehende Beitragsanpassungen im zweistelligen Bereich für 2017 sorgen bei vielen Versicherten für Unmut. Aber woher kommen die Beitragsanpassungen?

Grundsätzlich entstehen Beitragsanpassungen (BAP) aufgrund von tatsächlich höheren Leistungen als kalkuliert: Jedes Jahr müssen die Zahlungen für Versicherungsfälle mit den kalkulierten Schäden verglichen werden. Ist die Abweichung größer als 10 Prozent, müssen die Beiträge angepasst werden.

Aber auch die Null-Zins-Politik der EZB wirkt sich auf die Krankenversicherer und ihre Tarife aus. Zwar löst eine Zinsänderung keine BAP aus, tatsächlich ist der in der Kalkulation berücksichtigte Rechnungszins aber ein wesentlicher Faktor für die Beitragshöhe. Lag der durchschnittliche Rechnungszins in 2013 noch bei 3,5 Prozent, ist er in 2015 bereits bei 3,27 Prozent – bei einzelnen Gesellschaften liegt dieser sogar unter 3 Prozent. Erfolgt nun eine BAP aufgrund von höheren Schadenkosten werden die notwenigen Beitragsanpassungen durch die niedrigeren Zinsen mitberücksichtigt.

Hinzu kommt, dass auch die Überschüsse aus Kapitalanlagen in Folge der Niedrigzinspolitik der EZB sinken. Dadurch verringert sich die Zuführungsmöglichkeit zur RfB (Grafiken) und die Abfederungsmöglichkeit von Beitragsanpassungen durch Mitteleinsatz aus der RfB wird geschmälert.

Im Gegensatz zur GKV sind Kürzungen von Leistungen in der PKV nicht möglich.