Die positiven Effekte für die Versicherten der in 2022 gestiegenen Zinsen lassen sich schon heute am Niveau der für 2023 deklarierten Überschussbeteiligung der Lebensversicherer erkennen. Die laufende Überschussbeteiligung steigt im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um ca. 0,2 Prozentpunkte und beträgt nach dem aktuellen Stand ca. 2,2 % (zu berücksichtigen ist, dass manche Gesellschaften mit eher niedrigem Überschussniveau diese noch nicht veröffentlicht haben, so dass der Durchschnittswert etwas niedriger ausfallen könnte). Seit 2008 bis einschließlich 2022 hatte die laufende Verzinsung eine negative Tendenz und ist insgesamt von 4,3 % auf 2,0 % innerhalb von vierzehn Jahren gesunken. Der Höchstrechnungszins ist dabei im Vergleich zum Vorjahr unverändert in Höhe von 0,25 % geblieben und wird von der Deutschen Aktuarvereinigung auch für 2024 in der gleichen Höhe empfohlen.

Von den heute ihre Werte für die laufende Verzinsung bekanntgegebenen Gesellschaften stehen die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung mit 3,05 % (Rentenversicherung Klassik modern), die IDEAL Lebensversicherung mit 3,0 % sowie BL die Bayerische Lebensversicherung mit 2,7 % an der Spitze. Mit 2,6 % folgen die Allianz Lebensversicherung (Produkt „Perspektive“), die AXA Lebensversicherung, die DBV Deutsche Beamtenversicherung, die Deutsche Ärzteversicherung sowie die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung mit ihren klassischen Produkten. Die Gesellschaften mit der relativ höchsten Steigerung bei der laufenden Überschussbeteiligung sind nach derzeitigem Stand die Ende 2021 gegründete Signal Iduna Lebensversicherung mit 2,5 % in 2023 (+ 0,85 Prozentpunkte gegen 2022), die Bayern-Versicherung Lebensversicherung mit 2,25 % (+ 0,75 Prozentpunkte), die R+V Lebensversicherung mit 2,15 % sowie die COSMOS Lebensversicherung mit 1,8 % (jeweils + 0,4 Prozentpunkte) zu erwähnen.

Einen positiven Effekt hat auch die Zinssteigerung auf die Zinszusatzreserve. Zum ersten Mal seit der Einführung der Zinszusatzreserve stagnierte der Referenzzins in 2022, was auf Grund der kontinuierlich auslaufenden alten hochverzinsten Verträge bei manchen Gesellschaften zu einem Abbau der Zinszusatzreserve führt. Die dann so freiwerdenden Mittel aus der Zinszusatzreserve erhöhen den Rohüberschuss und somit wiederum die Überschussbeteiligung. Zukünftig versprechen die steigenden Zinsen auch auf der Kapitalanlageseite eine Stärkung der Ertragskraft. Kommt dazu auch der zinsinduzierte Abbau der Zinszusatzreserve, so kann man zukünftig mit stärker steigenden Überschussdeklarationen rechnen.