Das neue Produktinformationsblatt ist seit 01.01.2017 für alle geförderten und zertifizierten Produkte – Riesterrenten und Basisrenten – vorgeschrieben. Es soll dem Kunden über eine einheitliche Darstellungsweise auf zwei Seiten die wichtigsten Informationen zu Garantien, Risiken und Kosten liefern und so eine direkte Vergleichbarkeit der Produkte untereinander herstellen. Die Einteilung der Chancen-Risiko-Klassen wirft einige Fragen auf.

Chancen-Risiko-Klassen (CRK)

Nach dem einleitenden Satz zu den Risikoklassen soll die „Chancen-Risiko-Klasse“ angeben, wie die Ertragschancen und Risiken des dargestellten Produkts gegenüber anderen steuerlich geförderten Altersvorsorgeprodukten einzuschätzen sind. Wie viel ein Kunde oder Vermittler damit anfangen kann, bleibt fraglich, wenn man beobachtet, dass ähnlich aufgebaute fondsgebundene Rentenprodukte mit Beitragserhaltungsgarantie (z.B. typische Hybridprodukte) einmal in der CRK 2 und ein anderes Mal in der CRK 4 zu finden sind. Zur Verwirrung wird auch beitragen, dass eine reine klassische Rentenversicherung mit garantiertem Rechnungszins nicht in CRK 1 oder 2 zu finden ist. Diese Klassen sehen nämlich zwingend eine Beitragserhaltungsgarantie vor und diese ist – und war sie auch früher nicht – bei allen Vertragslaufzeiten gegeben. Klassische Tarife können erst bei langen Laufzeiten (25 Jahre oder mehr) mittels des Rechnungszinses in der garantierten Kapitalleistung die eingezahlten Beiträge erreichen. Indexrenten und neue Klassik-Tarife werden dagegen meist in CRK 2 zu finden sein.

Wertsteigerungssätze

Die Wertsteigerungssätze in Abhängigkeit der Chancen-Risiko-Klassen zu definieren ist grundsätzlich ein nachvollziehbarer und vernünftiger Ansatz. Es gilt ja der Grundsatz, desto höher das Risiko, desto höher auch die möglichen Renditechancen – dies wirkt sich sowohl in der Effektivkostenberechnung als auch in der Darstellung der 3 Wertsteigerungssätze für die Modellrechnungen. Der Umstand, dass diese Berechnungsvorschrift nur für die geförderten Produkte, nicht aber für z.B. private Rentenprodukte gilt, erzeugt vor allem dann beim Vermittler Erklärungsbedarf, wenn das in etwa gleiche Produkt in allen verschiedenen Schichten angeboten wird und die Wertsteigerungen in den Modellrechnungen sowie die Effektivkosten- und Renditeberechnung auf anderen Grundlagen basieren.

–> Tabelle Chancen-Risiko-Klassen
–> Tabelle Wertsteigerungs-Effektivkosten-Vorgaben