Drohnen erfreuen sich als Freizeitbeschäftigung zunehmend großer Beliebtheit. Stolze Drohnenbesitzer und -Nutzer müssen sich allerdings durch diverse Paragraphen-Jungles arbeiten, um nicht irgendwelche Luftfahrtbestimmungen zu verletzen. Grundsätzlich sollte jedem Freizeit-Drohnenflieger klar sein, dass er sich soeben auf die Ebene eines Boing 747 Piloten gestellt hat. So sind eine Hauptwolkenuntergrenze von 1.500 Fuß und Sichtflugwitterungsbedingungen zu beachten (Zitat). Wer sich nicht so ganz sicher diesbezüglich ist, darf am Flughafentower anrufen und nachfragen, ob die Witterungsbedingungen für seine „Boing“-Drohne ein Flug zulässt.

Diese doch eher amüsanten, wenn auch tatsächlichen Angaben einer Behörde, entstehen daraus, dass Drohnen eigentlich unter unbemannte Luftfahrtsysteme und nicht unter Flugmodelle eingeordnet werden. Allerding gibt es derzeit Bagatellregelungen für Hobby- und Sportdrohnenflieger. Demnach werden üblicherweise Drohnen unter 5 kg bis 30m Flughöhe für den Freizeit- oder Sportbedarf wie Flugmodelle behandelt und eine Aufstiegserlaubnis ist dafür nicht notwendig. Der Drohnenbesitzer sollte sich auf jeden Fall bei über Flugeinschränkungen erkundigen und seine Privat-Haftpflichtversicherung auf Mitversicherung der Drohne prüfen.

Gründe genug für Minister Dobrindt die bisherigen Regelungen zu unbemannten Flugobjekten klarer zu regeln. Der Betrieb von Drohnen wird im Entwurf zur „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ nun neu geregelt und soll im April, spätestens im Mai vom Bundestag beschlossen werden. Was Drohnenbesitzer und solche, die es noch werden wollen, in Zukunft zu beachten haben, ist hier kurz zusammengefasst:

Erlaubnisfreiheit:

Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen bei Tag und unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg soll grundsätzlich keine Erlaubnis erforderlich sein. Generelle Flugverbotszonen wie z.B. Flughöhe über 100m, in der Nähe von Krankenhäusern, über Menschenansammlungen, etc., sowie Betriebsverbot bei Nacht sind zu beachten.

Kenntnisnachweis

Ähnlich wie bei einer Mofa-Prüfbescheinigung, müssen Drohnenbenutzer bei einer Drohne über 2 kg ein Kenntnisnachweis vorweisen können (z.B. Bescheinigung durch das Luftfahrtbundesamt, ab 16 Jahren). Wer eine gültige Pilotenlizenz hat, benötigt diese nicht.

Kennzeichnungspflicht

Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg müssen künftig gekennzeichnet sein, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu können.

Hilfreicher Link für Neu-Drohnenbesitzer
>>Drohnenflug-Regeln

Weitere interessante Links:
>>BMVI
>>Bundesrat-Plenum

Aktueller kurioser Fall mit einer Drohne in Hamburg

(Quelle: radiohamburg.de) Es ist Allgemein bekannt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ob der Besitzer der Drohne des Typs „Mavic Pro“ nun wusste, dass man sich vor dem Start eines Fluges eine offizielle Fluggenehmigung einholen muss, ist nicht bekannt.

In der Nacht zu Montag gegen 23.30 Uhr startete ein Mann mit seiner Partnerin einen Drohnenflug in der Nähe des Fernsehturms, womöglich um Nachtaufnahmen über der Stadt zu machen. Als die etwa 1.000€ teure Drohne allerdings mit dem Fernsehturm kollidierte und auf einer Plattform abstürzte, wandte sich der Hobby-Pilot laut BILD-Informationen direkt an Polizisten auf der Straße. Im Anschluss musste die Feuerwehr ausrücken, um die Drohne vom Fernsehturm zu bergen. Da das Paar trotz Vorschrift weder eine Flugerlaubnis erteilt noch beantragt hat, kann diese Aktion den Bruchpiloten nun teuer zu stehen kommen. Bei einem Verstoß gegen die Flugverkehrs-Kontrollfreigabe ist mit einer Strafe von bis zu 50.000€ zu rechnen >> zum Bericht

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Die erste [ascore]-Analyse zu mitversicherten Drohnen in der privaten Haftpflichtversicherung wird Mitte Mai erscheinen.