Ist man Selbständiger oder Angestellter mit einem Verdienst über der Beitragsbemessungsgrenze, kann man zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen. Doch viele potentielle Kunden sind unschlüssig, wenn es darum geht eine private Kranken-Vollversicherung abzuschließen – steht die PKV doch immer wieder, vor allem auf Grund von Beitragserhöhungen, in der medialen Kritik. Auch wenn sich Beitragssprünge erklären lassen, so hinterlassen Sie beim Kunden oft gewisse Zweifel und die Frage: „Kann ich mir meine Krankenversicherung im Alter noch leisten?“

Maßnahmenpaket enthält wichtige Argumente für eine PKV


Um Beitragsverläufe gleichmäßiger zu gestalten und Beiträge im Alter effektiv zu reduzieren, hat die DAV (Deutsche Aktuarvereinigung) ein Maßnahmenpaket vorgestellt, das zukunftsorientiert Ansätze und gute Argumente für die PKV–Beratung liefert:

  • Reform der „auslösenden Faktoren“


    Wann der Beitrag eines Tarifs angepasst werden muss, bestimmen die sogenannten auslösenden Faktoren. Die gesetzlichen Regelungen berücksichtigen beim „Auslösen“ nur die Leistungsausgaben aufgrund medizinischen Fortschritts und der Sterblichkeiten. Bei der Höhe der Beitragsanpassung kommen aber weitere Faktoren wie z.B. medizinische Inflation, Preisinflation, vor allem aber Zinsen und Rechnungsgrundlagen hinzu, sodass eine Beitragserhöhung derzeit seltener ausgelöst wird, aber sich bereits ein Stau an Anpassungsnotwendigkeit angesammelt hat. Die Folge – schwer erklärbare Beitragssprünge. Das soll sich nun durch die Forderung der Aktuare, auch die Kapitalmarktwirklichkeit zu berücksichtigen, ändern.

  • Tarifwechsel


    Derzeit werden bei einem Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft die angesammelten Alterungsrückstellungen zur sofortigen Beitragsreduktion des neu gewählten Tarifs angerechnet. Das Maßnahmenpaket sieht nun vor, einen Teil der Alterungsrückstellungen für die Abschwächung künftiger Beitragsanpassungen zu nutzen.

  • Gesetzlichen Prämienzuschlag flexibilisieren


    Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits vor dem 65. Lebensjahr ein Bedarf zur Dämpfung der Beitragsanpassung besteht – der bisherige gesetzliche Zuschlag greift erst ab dem Alter 65. Eine merkliche Verbesserung würde eine Flexibilisierung nach Alter bringen. So könnten junge versicherte z.B. einen höheren Zuschlag als aktuell 10 Prozent und ältere Versicherte einen niedrigeren Zuschlag erhalten.

  • Öffnung Standardtarif


    Der Standardtarif, dessen Leistungsspektrum sich an der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert, ist die günstige Alternative für langjährig Versicherte – allerdings nur, wenn man vor dem 01.01.2009 in die PKV eingetreten ist. Für später Versicherte steht nur der Basistarif zur Verfügung, der aufgrund des Kontrahierungszwangs und Fehlen einer Gesundheitsprüfung deutlich teurer und somit keine Alternative ist. Die (Wieder)-Öffnung des Standardtarifs wäre eine echte Alternative für ältere Tarifwechsler, die ihren Beitrag reduzieren möchten.


    • Lässt sich der Gesetzgeber nun nicht zu lange bitten, um diese vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen, sind das gute Aussichten für den Kunden und gute Argumente für den Berater.

      Quelle: DAV

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