Kurzübersicht zu den geplanten Änderungen in der Alterssicherung – Stand 07.12.2016

Pflichtversicherung für Selbstständige:

  • Selbstständige und Unternehmensgründer sollen Beiträge in die gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) einzahlen um Rentenansprüche zu erwirken. Um Unternehmensgründer zu Anfang nicht mit zu hohen Beiträgen zu belastet, sind „günstige“ Einstiegsmodelle mit ermäßigten Beiträgen geplant. Für das erste Jahr der Existenzgründung soll es eine Befreiung von der Beitragspflicht geben. Ebenfalls soll folgende Regelung gelten: Sofern der Versicherungspflichtige eine der GRV umfassende Absicherung (Altersvorsorge; BU; EU) nachweisen kann, hat er die Möglichkeit sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

 

Verabschiedung der „Flexi-Rente“:

  • Der Übergang vom Erwerbsleben in die Rente soll selbstbestimmter werden. Teilzeitarbeit und Teilrenten ab 63 sowie Hinzuverdienst sollen flexibel kombinierbar werden.

 

Solidarrente für Geringverdiener:

  • Für Geringverdiener sowie Personen die Angehörige gepflegt oder Kinder erzogen haben soll es eine „gesetzliche Solidarrente“ geben. Ebenso für Personen, welche nur 35 Jahre Beiträge in die GRV gezahlt haben. Die „Solidarrente“ soll die Grundsicherung um 10% erhöhen. (Alleinstehende – 2016 = 404€ + €40,40 … na immerhin … [Anm. der Red.])“

 

Verbesserung in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) Sozialpartnermodell:

  • Den Sozialpartnern (Gewerkschaften, Verbände, etc.) soll ermöglicht werden innerhalb von Tarifverträgen einen bestimmten Durchführungsweg zu wählen ohne Haftung für den Arbeitgeber. Die Betriebsrentenansprüche richten sich dann ausschließlich gegen den Versicherer. Die Höhe der Betriebsrenten ist nicht garantiert und richtet sich nach der Anlageausrichtung des Sozialpartners (niedrige aber planbare, oder höhere volatile Betriebsrente).
    • Sicherungsbeitrag des Arbeitgebers: Die ersparten Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers (pauschal 15%) sollen an den Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung weitergegeben werden.
    • Riester im Rahmen der bAV: Riesterverträge sollen von der Beitragspflicht in der Kranken- Pflegeversicherung befreit werden.
    • Riester Rente Die Grundzulage soll von 154 auf 165 Euro angehoben werden. Künftig sollen bis zu 202€ pro Monat als Freibetrag zur Grundsicherung steuerlich geltend gemacht werden können. Einführung eines neuen Riester-Produktes welches in der Ausgestaltung günstiger kalkuliert sowie ggf. eine geringere garantierte Rente sowie transparenter für den Kunden sein soll. Dieses gilt es seitens der Versicherer neu zu entwickeln.

 

Absenkung des Rentenniveaus / Haltelinie:

  • Bis 2045 soll das Rentenniveau auf 46% gehalten werden. Derzeit liegt die Grenze bei 47,7% und fällt bis 2030 auf 44,5%. Durch die Anhebung des Beitragssatzes auf 25% soll eine solide Basis zur Erhaltung des Rentenniveaus geschaffen werden.

 

Rentenangleichung Ost/West:

  • Eine Einigung zum Thema Rentenangleichung Ost-West wurde auf dem Rentengipfel gefunden und soll 2018 beginnen. Bis 2025 soll die Höherbewertung der Ostlöhne abgeschmolzen sein.