Dread Disease Versicherung Eine schwere Krankheit kann Verdienstausfall, hohe Behandlungskosten und notwendige Hilfsmittel zur Folge haben – eine Absicherung gegen schwere Krankheiten deckt das finanzielle Risiko ab. Doch für wen eignet sich diese Versicherung und worauf ist zu achten? 

Die Dread Disease Versicherung spielt in Deutschland noch immer eine untergeordnete Rolle im Portfolio der Absicherung biometrischer Risiken. Dabei deckt die  Dread Disease Versicherung durchaus Risiken ab, die kein anderer Versicherungsschutz bietet.

Die erste Dread Disease Versicherung wurde 1983 in Südafrika entwickelt und breitete sich von dort über den angloamerikanischen Raum aus. Heute ist die Versicherungsform in Großbritannien weit verbreitet, wo sie unter dem Namen „Critical Illness“ bekannt ist. Hier zu Lande wird unter dem Namen Dread Disease Versicherung eine Absicherung gegen schwere Krankheiten verstanden, wobei das Leistungsspektrum vieler Tarife weiter greift und auch weitere Krankheitsbilder oder medizinische Eingriffe abdeckt.

Einmalbeitrag statt Rente
Liegt eine versicherte schwere Erkrankung vor, wird eine einmalige Kapitalleistung erbracht. Die Auszahlung einer Kapitalleistung statt einer Rente hat mehrere Vorteile. Die Kapitalzahlung wird im Falle einer schweren Erkrankung benötigt, um Behandlungskosten zu zahlen, die nicht von der Krankenversicherung gedeckt werden, beispielsweise bei der Behandlung in einer privaten Spezialklinik. Außerdem ist denkbar, dass Hilfsmittel, wie Rollstuhl oder Lift angeschafft werden müssen. Eventuell sind auch Umbauten am Haus notwendig. Darüber hinaus kann die Kapitalzahlung eine Rente abbilden, sofern der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann und so ein Verdienstausfall abgefangen werden. Auch für die Tilgung von Krediten oder Hypotheken kann die Einmalleistung verwendet werden. Die Höhe der benötigten Kapitalleistung hängt somit ab vom derzeitigen Einkommen des Versicherten, dem Umfang seiner Krankenversicherung sowie von evtl. vorhandenen Verbindlichkeiten.

Leistung bei schwerer Erkrankung
Die Leistung tritt ein, wenn eine Erkrankung gemäß Bedingungswerk vorliegt und diagnostiziert wird. In den Bedingungen ist jedes Krankheitsbild, was zur Leistung führt, klar definiert. Insofern ist das Bedingungswerk theoretisch transparent und eindeutig. Praktisch sind die medizinischen Definitionen der Erkrankungen jedoch für den Laien, der keine medizinische Ausbildung hat, kaum verständlich. Da eine exakte medizinische Definition der Erkrankung notwendig ist, lässt sich dieser Zustand aber kaum vermeiden.

Bei den versicherten Krankheiten versuchen die Anbieter sich teilweise in der Anzahl der Krankheitsbilder zu überbieten. Wichtiger als die Anzahl der versicherten Krankheiten, ist allerdings, dass die wichtigsten Krankheitsbilder abgesichert sind. Den überwiegenden Anteil, der bei einer Dread Disease Versicherung versicherbaren Erkrankungen, machen Krebserkrankungen aus, gefolgt von Herzinfarkt und Schlaganfällen. Insofern sollte der Tarif diese Krankheitsbilder in jedem Fall abdecken. Darüber hinaus gibt es weitere Krankheitsbilder, die häufiger auftreten, wie Bypass-Operationen, Multiple Sklerose und gutartige Hirntumore. In den versicherten Krankheiten vieler Anbieter finden sich jedoch zahlreiche Krankheiten, die kaum auftreten und somit nicht zwingend versichert werden müssen. Ein Beispiel hierfür ist die Kinderlähmung, die bei vielen Anbietern versichert ist, obwohl in Deutschland bei konsequenter Impfung keine Fälle dieser Krankheit mehr auftreten. Der Blick sollte auch nicht in erster Linie auf die Anzahl der versicherten Krankheiten gerichtet sein, da einige Anbieter jedes Krankheitsbild einzeln aufführen, andere Anbieter hingegen mehrere Krankheitsbilder unter einem Oberbegriff zusammenfassen. So werden unterschiedliche Demenzerkrankungen, wie zum Beispiel Alzheimer, von einigen Anbietern als Erkrankungen des zentralen Nervensystems zusammengefasst, währen andere Produktgeber jedes Demenzleiden einzeln aufführen.

Eine Lücke im Versicherungsschutz stellen psychische Erkrankungen und Rückenleiden dar, die nicht versichert sind. Diese Leiden machen jedoch den größten Teil der Renten wegen Berufsunfähigkeit aus. Teilweise bieten Anbieter die Option, chronische Erkrankungen der Psyche und der Wirbelsäule über einen beitragspflichtigen Berufsunfähigkeits-Zusatzbaustein bei der Dread Disease Versicherung mit einzuschließen.

Dread Disease und BU
Das Leistungsspektrum von Dread Disease Versicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung weist Schnittmengen auf, aber auch Deckungslücken. So sind einige wichtige Krankheitsbilder bei einer Dread Disease Versicherung, wie Rückenleiden und psychische Erkrankungen, nicht versichert. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind diese enthalten, sofern sie dazu führen, dass der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Andererseits bestehen bei der Dread Disease Versicherung zwei wesentliche Unterschiede zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Zum einen wird im Leistungsfall keine Rente gezahlt, sondern ein einmaliger Betrag, zum anderen ist der Leistungsfall unabhängig von der weiteren Ausübung des Berufes. Er tritt ein, wenn ein versichertes Krankheitsbild vorliegt. Von Vorteil kann dies sein, wenn eine Erkrankung erhebliche Behandlungskosten verursacht, aber nur temporär ist. Bei der Dread Disease Versicherung würde die volle Summe gezahlt werden, bei der Berufsunfähigkeitsversicherung evtl. nur die monatlichen Renten über einen Zeitraum von ein oder zwei Jahren. Ein weiterer Vorteil der Dread Disease Versicherung liegt in der Leistungsabwicklung. Nach Stellung der Diagnose erhält der Versicherte die Kapitalzahlung. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann sich die Feststellung der Berufsunfähigkeit und somit auch das Einsetzen der Rentenzahlung wesentlich länger hinziehen.

Keine Versicherung kann also die andere ersetzen. Die Dread Disease Versicherung ist somit eher als Zusatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung zu verstehen. Darüber hinaus kann eine Dread Disease Versicherung für Personen interessant sein, die aufgrund Ihres Berufes keinen Berufsunfähigkeitsschutz erlangen können. Auch wenn eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit für einige Berufe zu teuer ist, kann die Dread Disease Versicherung eine Alternative darstellen.

Für Unternehmen ist die Dread Disease Versicherung zudem eine wichtige Komponente die Krankheitsrisiken für das Unternehmen zu minimieren. Erkrankt eine wichtige Person auf einer Schlüsselposition im Unternehmen, kann dies schnell kostspielig werden. Mit einer Dread Disease Versicherung können Führungskräfte im Unternehmen abgesichert werden. Erfolgt die Diagnose steht dem Unternehmen das versicherte Kapital zur Verfügung, um einen Nachfolger einzuarbeiten oder Gewinneinbußen durch ausgefallene Aufträge oder nicht vollendete Projekte zu kompensieren. Bei Gesellschaften mit mehreren Partnern ist häufig eine gegenseitige Absicherung der Partner möglich. Bei der so genannten Keyman-Absicherung ist das Unternehmen Antragssteller, Beitragszahler und Leistungsempfänger.

Fondsgebundene Kapitalanlage
Die angelsächsische Herkunft der Versicherungsart spiegelt sich bei vielen Anbietern in der Kapitalanlage wider. Statt dem klassischen Deckungsstock des Versicherers werden Investmentfonds bedient, in denen das Kapital angelegt wird. Theoretisch ist es möglich, dass zum Ende der Vertragslaufzeit ein Teil des Fondsguthabens ausgezahlt wird, wenn der Leistungsfall nicht eintritt, hierauf liegt allerdings nicht der  Fokus, denn der Erwerb der Fondsanteile soll vor allem der Stabilisierung der Beiträge dienen. Von großer Bedeutung ist die Qualität der angebotenen Investmentfonds. Nur bei Einhaltung der bei Vertragsabschluss prognostizierten Wertentwicklung der Fonds bleibt der Beitrag stabil. Fällt die Wertentwicklung des Fondsvermögens niedriger als angenommen aus, ist es möglich, dass der vereinbarte Beitrag nicht ausreicht, um den Versicherungsschutz über die gesamte Versicherungsdauer aufrechtzuerhalten. Im Rahmen einer regelmäßig durchgeführten Vertragsüberprüfung, erfährt der Versicherte dann den geänderten Beitrag, der notwendig wäre, um den vereinbarten Versicherungsschutz bis zum Ablauf der Versicherungsdauer aufrechtzuerhalten. Alternativ kann der Versicherungsschutz bei gleichem Beitrag gesenkt werden. Andere Anbieter bieten auch bei der Dread Disease Versicherung das von der Berufsunfähigkeitsversicherung bekannte Überschussverwendungsmodell der Beitragsverrechnung an, bei dem der Tarifbeitrag um die laufenden Überschüsse reduziert wird. Alternativ ist auch die Anlage der Überschüsse in Investmentfonds bei diesen Anbietern möglich sowie die Auszahlung des vorhandenen Überschusskapitals bei Ablauf des Vertrages.

Einschlüsse mit Mehrwert
Die Familie kann durch den Einschluss eines Todesfallschutzes zusätzlich abgesichert werden. Ein geringer Todesfallschutz ist meistens automatisch versichert, dieser kann nach Bedarf ausgebaut werden und ergänzt somit das Risiko der schweren Erkrankung. Terminale Erkrankungen, bei denen eine Lebenserwartung von weniger als 12 Monaten verbleibt, sind überwiegend im Rahmen der versicherten Erkrankungen versichert. Kinder sind bei der Dread Disease Versicherung bei Eintritt einer schweren Erkrankung in der Regel beitragsfrei mitversichert. Die Höhe der Absicherung ist begrenzt und bewegt sich je Anbieter maximal zwischen 25.000 und 35.000 Euro.

Eine Besonderheit im Markt der Dread Disease Anbieter ist der weitere Bestand des Versicherungsschutzes auch nach der ersten Erkrankung. Sofern ein Versicherter eine schwere Erkrankung gemäß Bedingungen hat, besteht der Versicherungsschutz darüber hinaus weiter. Erkrankt der Versicherte später an einer anderen Erkrankung hat er erneut Anspruch auf Leistung.

Nützlich sind Nachversicherungsoptionen ohne erneute Gesundheitsprüfung. Der Versicherte kann bei besonderen Ereignissen, die seine Lebenssituation verändern, seinen Versicherungsschutz ohne erneute Gesund¬heitsprüfung erhöhen. Die besonderen Ereignisse sind in den Versicherungsbedingungen definiert und können beispielsweise Heirat, Geburt eines Kindes, der Erwerb von Wohneigentum oder das Ende der Ausbildung sein. So kann der benötigte Versicherungsschutz der Lebenssituation angepasst werden.

Der beste Schutz
Ein Blick in die Bedingungswerke der Dread Disease Tarife zeigt, welche Anbieter den besten Versicherungsschutz bieten. In einer Untersuchung der Bedingungen von [ascore] Das Scoring wurde geprüft, welche wünschenswerten Merkmale der jeweilige Tarif abbildet. Der Fokus wurde bewusst nicht auf eine möglichst hohe Anzahl versicherter Krankheiten gelegt, sondern auf die Versicherung wichtiger Erkrankungen. Angewandt wurde das typische Scoring-Verfahren, welches auf Gewichtungen verzichtet und die Gesamtheit der untersuchten Merkmale bewertet. Die Skandia ist derzeitig der einzige Versicherer, der sämtliche benötigte Informationen geliefert hat und die Bestbewertung bei Dread Disease Tarifen erhält. Für den Kunden bietet der Tarif eine außerordentlich gute Absicherung.

Erschienen in Cash. 05/2012 ;  Autor: Mirko Theine