Manchmal gilt beides, oft nur eines von beiden. Aber was ist fairer, schneller und unkomplizierter für den Betroffenen und wann wird schneller geleistet? Gibt es Unterschiede zwischen den Produktsparten Leben und Kranken im Bereich Pflege?

Pflegestufe – Pflegebedürftigkeitsbegriff nach SGB XI

In der bisherigen Ermittlung der gesetzlichen Pflegestufe erfolgt eine Prüfung des Medizinischen Dienstes, wie sich täglich der regelmäßige Aufwand für die Pflege des Patienten darstellt. In der Pflegestufe 0, die für an Demenz Erkrankte geschaffen wurde, wird mithilfe eines Fragebogens über die Alltagskompetenz entschieden. Für die Einstufung in Pflegestufe 1 muss der tägliche Bedarf für mindestens 90 Minuten Pflege bestehen, für Stufe 2 müssen mindestens drei Stunden in Anspruch genommen werden, und in Pflegestufe 3 muss ein zeitlicher Bedarf von mindestens fünf Stunden vorliegen. Diese Einstufung richtet sich also ausschließlich nach dem zeitlichen Aspekt und wird dem Wunsch der Patienten nach individueller Autonomie nicht gerecht.

ADL – Aktivitäten des täglichen Lebens

Vermehrt in Pflegerentenversicherung, neuerdings auch vereinzelt in Pflegetagegeldern, wird eine Einschätzung der Pflegebedürftigkeit nach dem ADL-System vorgenommen. Diese Prüfung wird bei einigen Anbietern zusätzlich zur gesetzlichen Pflegestufen-Festlegung vorgenommen, bei anderen Anbietern stellt das ADL-System das einzige Prüfungsverfahren dar. Im Gegensatz zur „herkömmlichen“ Prüfung durch den Medizinischen Dienst, der die für die Pflege des Patienten aufzuwendende Zeit misst, legt das ADL-Punktesystem fest, welche körperlichen Tätigkeiten oder Grundfähigkeiten der Patient nicht mehr ohne fremde Hilfe ausführen kann. Die Aktivitäten des täglichen Lebens (aus dem Englischen: Acitivities of daily living) wurden hierzu in sechs Kategorien eingeteilt.

Mehr auf procontra online