Wir können alle noch gar nicht abschätzen, in welcher Form sich die Corona-Pandemie weiterhin auf den Finanzmarkt auswirkt. Von den Schwankungen am Kapital- und Aktienmarkt bekommen Kunden der Neuen Klassiktarife anders als Inhaber von Fondspolicen nicht viel mit – das fängt der Versicherer ab. Aber die aktuelle Lage kann einen gewissen Einfluss auf die Erträge des Kapitalanlagetopfs des Versicherers nehmen, was wiederum für die künftigen Überschüsse der Neue Klassik relevant ist. Aber auch dann sind Schwankungen begrenzt. Es geht immer darum, für den Kunden ein bedarfsgerechtes Produkt zu finden und dies hängt ganz besonders von der Risikobereitschaft des Kunden ab. Natürlich lässt die Neue Klassik viele Chancen des Kapitalmarktes, besonders im Hinblick auf einer hohen Renditechance, ungenutzt, allerdings ist diese Produktart dafür auch nicht geschaffen worden. Die neue Klassik ist definitiv ein sehr sicherheitsorientiertes Produkt, das eben auch gegenüber den Ausschlägen nach unten relativ immun ist.

Die Neue Klassik ist besonders für risikoscheue Kunden eine gute Alternative, denn der Kunde erhält eine hohe Beitragssummengarantie und eine Aussicht auf höhere Überschüsse als bei der „alten“ Klassik. Natürlich sind hier hohe Renditen durch risikobehaftete Anlagen durch die Produktstruktur ausgeschlossen, aber genau dies möchten risikoaverse Kunden auch nicht eingehen.

Mit einem Anteil von über 45 % des Neugeschäfts am Markt gewinnen die Neue Klassik, Index- und Hybridpolicen eine immer größere Bedeutung im Bereich der Altersvorsorge. Da wird sich häufig die Frage gestellt: Wie unterscheidet sich die neue Klassik zu den anderen Produktarten? Welches dieser Produkte ist das ideale?

Neue Klassik- und Index-Policen investieren die Beiträge ins Sicherungsvermögen des Versicherers und garantieren die Beitragssumme, bzw. einen festgelegten Anteil der Beitragssumme zum Rentenbeginn. Die Abweichungen der Produkte finden sich bei der Verwendung der Überschüsse. Während bei der Neuen Klassik die Überschüsse im Sicherungsvermögen gutgeschrieben werden, erfolgt bei den Indexpolicen eine Investition am Finanzmarkt. Die Neue Klassik punktet gegenüber der Indexpolice mit der Stetigkeit von jährlichen Überschüsse, auch wenn diese nicht nicht üppig ausfallen (aktuell liegen diese zwischen 2,00% und 2,60%). Die Indexpolice hat dafür bei ähnlich hoher Sicherheit einen höheren Spielraum für eine bessere Renditeerwartung (aktuell je nach Index-Stichtag bis zu 12%) diese kann aber eben auch mal in einem Jahr eine Nullrunde bedeuten.

Weiterhin sollte bei der Tarifwahl auch auf den Anbieter geachtet werden. Besonders die Unternehmenskennzahlen (siehe ASCORE Unternehmensscoring) und aktuelle Überschussdeklaration des Versicherers sind bei der Auswahl des Anbieters wichtig. Ebenso, dass der Versicherer ein professionelles Kapitalanlagemanagement vorweisen kann, damit auch zukünftig genügend Überschüsse generiert werden können. Aufgrund der seit Jahren bestehenden Niedrigzins-Phase, sollte die Versicherung inzwischen auch in alternative Anlagen investieren. Weiterhin könnte auch der Tarifbestand bei der Auswahl eine Rolle spielen. Eine hohe Anzahl älterer Tarifgenerationen mit Garantieverzinsungen von bis zu 4 % können bedeuten, dass ein Großteil des Kapitals für die hohen Garantien gebunden werden muss. Somit wäre also letztendlich für chancenreiche Anlagen weniger Kapital frei.

Ein ideales Produkt – quasi den „heiligen Gral“ der Altersvorsorge – gibt es nicht, denn durch die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden benötigen wir am Markt eben genau diese unterschiedlichen Produkte. Gerade deshalb ist es wichtig, die Stärken und Schwächen der verschiedenen Produktkonzepte am Markt zu kennen.