SERIE – ALTERSVORSORGE IM CHECK Im dritten Teil steht die fondsgebundene Basisrente ist im Fokus. Die Chance auf maximale Rendite verbindet dieses Produkt mit den Steuervorteilen der Basisrente. Lediglich die Höhe der Rente lässt sich nicht vorhersagen.

Durch die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge im Rahmen der ersten steuerlichen Schicht, bietet die fondsgebundene Basisrente risikofreudigen Anlegern eine interessante Alternative zu Fondssparplänen. Verheiratete können innerhalb der ersten steuerlichen Schicht bis zu 40.000 Euro im Jahr steuerlich geltend machen, Ledige 20.000 Euro. Neben Beiträgen zur Basisrente zählen auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Versorgungswerken zur ersten steuerlichen Schicht. Die Höhe der absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen steigt jährlich an. In diesem Jahr ist die Höhe auf 70% der Höchstbeträge begrenzt. Jedes Jahr kommen 2% hinzu, bis im Jahr 2025 100% erreicht sind. Das bedeutet, dass schon heute 28.000 Euro bzw. 14.000 Euro als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden können. In der Rentenphase ist der Effekt umgekehrt, hier steigt die Besteuerung der Renten bis auf 100% im Jahr 2040 an. Aktuell sind noch 40% der Rente steuerfrei. Allerdings hat die Mehrheit im Rentenbezug einen geringeren Durchschnittssteuersatz als während ihrer Erwerbstätigkeit, so dass die Steuervorteile der Ansparphase bei der Basisrente überwiegen.

Umschichtungen innerhalb der Fondspolice ohne Abgeltungssteuer

Bei der fondsgebundenen Basisrente kommt noch ein weiterer Steuer-Spar-Effekt hinzu. Gegenüber einem Fondssparplan profitiert der Anleger bei der von der Möglichkeit, innerhalb der Fondspolice das Vermögen umzuschichten, ohne dass Abgeltungssteuer fällig wird. Je mehr Umschichtungen, sogenannte Shifts während der Ansparphase durchgeführt werden, desto größer wird der Steuer-Spar-Effekt gegenüber einem Fondssparplan, wo bei jeder Änderungen der Fondsaufteilung Abgeltungssteuer anfällt.

Der entscheidende Faktor für die Höhe der Rente, die aus dem Basisrenten-Vertrag gezahlt wird, ist der Investmentfonds. Die Fondsperformance hat maßgeblichen Einfluss auf die Wertentwicklung der Versicherung und damit auf die Höhe der monatlichen Rente. Die fondsgebundene Basisrente richtet sich an risikofreudige Anleger. Wer in ein fondsgebundenes Produkt investiert, trägt alleine das Kapitalmarktrisiko und sollte sich dessen bewusst sein – er erhält sich damit aber auch die Chance auf die höchstmögliche Rendite. Anleger, die Garantien bevorzugt, sollten lieber zu Hybridmodellen oder zur klassischen Anlageform greifen.

Ein ausgewogenes und vielfältiges Fondsportfolio ist die Grundlage der Police, damit der Anleger aktiv seine Fondszusammenstellung über die Laufzeit hinweg ändern und stets dem Kapitalmarkt anpassen kann. Eine Basisrente verfügt über keinen Rückkaufwert. Die Wahl des fondsgebundenen Basisrenten-Tarifs ist also eine Entscheidung für das Leben.

Das Fondsportfolio muss für jede Lebensphase den richtigen Fonds parat haben sowie für verschiedenste Kapitalmarktsituationen einen passenden  Fonds zur Verfügung stellen. Den größten Anteil nehmen im Fondsportfolio die Aktienfonds ein – der Kunde möchte schließlich die Chance auf eine hohe Rendite wahren. Für Phasen, in denen der  Anleger das Interesse an seinem eigenen aktiven Fonds-Management verliert, ist es wichtig, dass das Portfolio Fonds bereit hält, die keine ständige Beobachtung erfordern. Hierfür bieten sich Fonds an, die einen Index abbilden.

Mehrere hochwertige Rentenfonds sollten zur Verfügung stehen

Diese Fonds eignen sich auch sonst zur Risikostreuung des zusammengestellten Portfolios. Für das Ende der Ansparphase sollten mehrere hochwertige Rentenfonds zur Verfügung stehen, um ein Ablaufmanagement zu installieren. So wird vermieden, dass sich zum Zeitpunkt der Verrentung die Fonds im Portfolio gerade nahe dem Tiefstand bewegen. Wer das Ablaufmanagement nicht selber erstellen möchte, kann bei den meisten Anbietern auf ein kostenfreies Ablaufmanagement durch den Versicherer zurückgreifen. Immer wichtiger ist es vielen Anlegern, Ihr Fondsportfolio mit nachhaltigen Investmentfonds zu bestücken, die ausschließlich ethisch-ökologisch investieren. Eine neuere Option, die immer mehr Anbieter aufgreifen, ist das sogenannte Rebalancing oder Ausgleichsmanagement. Beim Rebalancing wird eine bestimmte Zusammensetzung der Fonds festgelegt. Jährlich wird seitens des Versicherers überprüft, ob die Aufteilung des Fondsvermögens noch mit der ursprünglich gewünschten Zusammensetzung übereinstimmt, falls dies nicht der Fall ist, wird das Fondsvermögen automatisch angepasst. Das eingangs gewünschte Risikoprofil bleibt somit erhalten. Zudem hat das Rebalancing einen antizyklischen Ansatz. Die Gewinne aus denjenigen Fonds, die gut gelaufen sind werden realisiert und günstige Anteile der anderen Fonds zugekauft.

Falls der risikofreudige Anleger seine Einstellung zum Risiko im Laufe der Vertragslaufzeit ändert, ist es insbesondere bei der Basisrente wichtig, dass eine Reißleine zur Verfügung steht, die er ziehen kann, da das Vertragsguthaben nicht rückgekauft werden kann. Eine solche Reißleine kann die Umwandlung der fondsgebundenen Versicherung in eine klassische Rentenversicherung mit Anlage des Kapitals im Deckungsstock der Versicherung sein, oder die Option das gesamte Kapital in einen Garantie- oder Wertsicherungsfonds umzuschichten.

Schnelle Reaktion

Ein wichtiger Aspekt bei der Fondpolice, insbesondere für den aktiven Anleger, der sich sein Fondsportfolio selber zusammenstellt und aktiv managt, ist die Bearbeitungszeit bei Umschichtungen. Will der Anleger bei einem drohenden Kurseinbruch schnell in sicherere Fonds umschichten, ist ihm wenig geholfen, wenn der Versicherer seinen Auftrag bis zum Monatsende liegen lässt und erst zum darauffolgenden Monatsersten mit sämtlichen gesammelten Aufträgen umschichtet. Der Verlust, der bis dahin realisiert sein könnte, wäre erheblich. Eine angemessene Regelung ist eine Umschichtung binnen zwei Bankarbeitstagen nach Auftragseingang oder, falls dies nicht möglich ist, die Umschichtung zwar zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen, allerdings zu dem Anteilspreis, der bei Antragseingang maßgeblich war.

Während der Ansparphase kann der Anleger Zuzahlungen in den Vertrag leisten. Insbesondere zum Ende des Jahres hin wird bei der Basisrente von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, um die steuerlich absetzbaren Höchstbeträge auszuschöpfen. Bei einem fondsgebundenen Produkt besteht die Gefahr, dass die Kapitalmarktsituation zum Zeitpunkt der Zuzahlung ungünstig für die Anlage eines hohen Betrags ist. Um zu vermeiden Fondsanteile zu Höchstständen einzukaufen bieten einige Anbieter ein Einstiegsmanagement an. Hierbei wird der Zuzahlungsbetrag auf Wunsch erst in sicheren Anlageformen investiert und schrittweise in die gewünschten Fonds umgeschichtet. So kann der Anleger auch bei Zuzahlungen und Einmalbeiträgen vom Cost-Average-Effect profitieren.

Ein Leben lang

Mit der Basisrente wird ein Bund für das Leben geschlossen. Dass aus dem Kapital auf jeden Fall eine Rente gezahlt wird, weiß der Versicherungsnehmer schon heute. Wie hoch diese Rente ausfallen wird jedoch nicht. Die Fondsentwicklung kann keiner vorhersagen, wie die Umwandlung des Fondsguthabens zu Rentenbeginn erfolgt hingegen schon. Diese Umwandlung ergibt sich aus dem Rentenfaktor. Dieser legt fest, wie viel Euro Monatsrente der Kunde für jeweils 10.000 Euro Fondsguthaben erhält. Der zu Rentenbeginn geltende Rentenfaktor ist nicht identisch mit dem bei Vertragsabschluss ausgewiesenen Rentenfaktor, sondern hängt von den zu Rentenbeginn geltenden Rechnungsgrundlagen ab. Für Planungssicherheit sorgt der garantierte Rentenfaktor, er ist der Mindest-Rentenfaktor zu dem bei Rentenbeginn die Umwandlung des Kapitals in eine Rente erfolgt. Der garantierte Rentenfaktor ist in der Regel geringer als der derzeitige, auf den aktuellen Rechnungsgrundlagen basierende, Rentenfaktor. Vorsicht ist jedoch auch bei den garantierten Rentenfaktoren geboten. Nicht immer gilt der garantierte Rentenfaktor für das gesamte Fondsvermögen, zudem behalten sich einige Versicherer vor, den garantierten Rentenfaktor unter bestimmten Umständen mit Zustimmung eines unabhängigen Treuhänders zu senken.

Erschienen in Cash. 07/2010 ;  Autor: Mirko Theine