[ascore] Das Scoring hat im aktuellen Jahrgang des Unternehmens-Scorings 70 Lebensversicherer und deren Geschäftsberichte unter die Lupe genommen. Wir blicken auf das Jahr 2 der Solvency II Quoten und können einen positiven Trend feststellen. So war die durchschnittliche Nettoquote (ohne Volatilitätsanpassungen und Übergangsregelungen) von 187,57 Prozent im Vorjahr auf 268,22 Prozent im Geschäftsjahr 2017 deutlich gestiegen.

Der Blick auf die Beiträge sowie das Neugeschäft bestätigt das gefühlte Bild der Lebensversicherungs-Branche. Sowohl bei den Bestandsbeiträgen (-2,07 Prozent) als auch bei den Neugeschäftsbeiträgen (-4,26 Prozent) musste ein leichter Rückgang hingenommen werden.

Die relevanten Größen für die Gewinnbeteiligung konnten erwartungsgemäß keine Steigerungen verzeichnen. Die Zuführung zur RfB zuzüglich Direktgutschrift sank im Geschäftjahr 2017 trotz anhaltender Niedrigzinsphase um moderate -5 Prozent. Ebenso hielt sich der Rückgang in der gesamten RfB mit -7 Prozent in Grenzen.

Das Thema „Langfristige Garantien“ wird die Lebensversicherer noch einige Jahre beschäftigen. Die Zinszusatzreserve, die zusätzlich zum rechnungsmäßigen Deckungskapital für Verträge mit einem Rechnungszins über 2,21 Prozent (Vorjahr 2,54 Prozent) gebildet werden muss, ist wie erwartet gegenüber dem Vorjahr auf knapp 58,8 Mrd. EUR angewachsen. Diese hohe Rückstellungsnotwendigkeit erfolgt aus der Tatsache, dass der Anteil des Deckungskapital dieser „hochverzinsten“ Verträge bei ca. 80% liegt. Der Spread der Gesellschaften ist hierbei enorm und liegt zw. 50 und 99 Prozent. Die neu entwickelten Produkte der Lebensversicherer mit geringeren und variableren Garantien gehen in die richtige Richtung, deren Einfluss ist aber noch zu gering.

In Punkto Sicherheit ergänzt die neue Solvabiliätsquote (SCR-Quote) die Eigenmittelquote. Branchenweit ergibt sich eine Netto-SCR-Quote (ohne Übergangsregelungen und Volatilitätsanpassungen) von ca. 268 Prozent. Der Unterschied bei den Gesellschaften ist aber noch enorm – die Quoten liegen zwischen 22 Prozent und 996 Prozent. Zehn von 70 Gesellschaften nutzten Übergangsregelungen, Zehn von 70 Gesellschaften Volatilitätsanpassungen und 42 von 70 Gesellschaften nutzten beides.

Die Abschlusskosten sanken leicht von 4,88 Prozent im Vorjahr auf 4,77 im Geschäftsjahr, die Verwaltungskosten um stiegen leicht von 2,34 auf 2,44 Prozent.


Ergebnisse LV 2018

Die Ergebnisübersicht des LV Unternehmens-Scorings 2018 finden Sie hier >> zum Ergebnis-Rechner


Detailvergleich der Kennzahlen

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