Tafel mit Rente

[ascore] Das Scoring hat im aktuellen Jahrgang des Unternehmens-Scorings 66 Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Neu in diesem Jahr war die Integration der Solvency II Werte in die Scoring-Kriterien.

Der Blick auf die Beiträge sowie das Neugeschäft bescheinigt der Lebensversicherungs-Branche allen Unkenrufen zum Trotz ein beitragsmäßig ausgeglichenes Geschäftsjahr 2016. Zwar sanken die gebuchten Beiträge leicht um -1,15%, die Beitragssumme des Neugeschäfts konnte nach dem Rückgang im Vorjahr allerdings wieder leicht zulegen (+1,9%)

Die relevanten Größen für die Gewinnbeteiligung konnten erwartungsgemäß keine Steigerungen verzeichnen. Die Zuführung zur RfB zuzüglich Direktgutschrift sank nach dem starken Einbruch im GJ 2015 (-22,4%) in 2016 trotz anhaltender Niedrigzinsphase nur um moderate -4,8%. Ebenso hielt sich der Rückgang in der gesamten RfB mit -2,4% in Grenzen.

Das Thema “Langfristige Garantien” wird die Lebensversicherer noch einige Jahre beschäftigen. Die Zinszusatzreserve, die zusätzlich zum rechnungsmäßigen Deckungskapital für Verträge mit einem Rechnungszins über 2,54 Prozent gebildet werden muss, ist wie erwartet über ein Drittel (+ 38,8%) gegenüber dem Vorjahr auf knapp 44 Mrd. EUR angewachsen. Diese hohe Rückstellungsnotwendigkeit erfolgt aus der Tatsache, dass der Anteil des Deckungskapital dieser “hochverzinsten” Verträge bei ca. 70% liegt. Der Spread der Gesellschaften ist hierbei enorm und liegt zw. 19% und 97%. Die neu entwickelten Produkte der Lebensversicherer mit geringeren und variableren Garantien gehen in die richtige Richtung, deren Einfluss ist aber noch zu gering.

In Punkto Sicherheit ergänzt die neue Solvabiliätsquote (SCR-Quote) die Eigenmittelquote. Branchenweit ergibt sich eine Netto-SCR-Quote (ohne Übergangsregelungen und Volatilitätsanpassungen) von ca. 188%. Der Unterschied bei den Gesellschaften ist aber im Jahr eins von Solvency II noch enorm – die Quoten liegen zwischen 0% und 920%. 10 von 66 Gesellschaften nutzten Übergangsregelungen, 9 von 66 Gesellschaften Volatilitätsanpassungen und 41 von 66 Gesellschaften nutzten beides. Im diesem Geschäftsjahr wurden viele Erfahrungen zum Thema Solvency gesammelt, sodass wir für das Geschäftsjahr 2017 eine gewisse Konsolidierung und einen geringeren Spread bei den SCR-Quoten erwarten.

Die Kosten – sowohl die Abschluss- als auch die Verwaltungskosten – sind erneut gesunken. Die Abschlusskosten gingen um -1,56%, die Verwaltungskosten um -2,26% zurück. Der Rückgang der Kosten ist v.a. aus der deutlich geringeren Marge in der Kapitalanlage und die Erhaltung der Produktattraktivität für den Kunden bedingt.

Infos zu Solvency II

Informationen zu Solvency II im Unternehmens-Scoring 2017 finden Sie >> hier

Ergebnisse Leben 2017

Die Ergebnisübericht des Leben Unternehmens-Scorings 2017 finden Sie >> hier

Detailvergleich der Kennzahlen

Wie die Gesellschaften in den einzelnen Kennzahlen im Vergleich zur Benchmark (Branchenschnitt) abgeschnitten haben, sehen Sie in der >> Scoring-Software.